Mehr erfahren über
1. Wie sieht die CAT-Oberfläche aus?

2. Wie verwendet man CAT?
Schritt 1: CAT starten
Sobald eine Stadt gewählt ist und die Karte geöffnet wurde, zeigt eine Kurzanleitung die wichtigsten Funktionen des Tools. Sie gibt einen Überblick über den Ablauf und weist auf weitere Funktionen wie Datenebenen, Profile und das Ergebnisfeld hin.

Schritt 3: Komfortkarte erstellen
Danach können Nutzer Komfortfaktoren aktivieren und festlegen, wie stark sie die Analyse beeinflussen sollen. CAT zeigt sowohl den normalen Gehbereich als auch den angepassten Gehbereich, sodass die Ergebnisse direkt verglichen werden können.

Schritt 5: Kartenebenen ansehen (optional)
Um die Bedingungen hinter der Analyse besser zu verstehen, können Nutzer den Bereich „Dateninfos“ öffnen und weitere Kartenebenen aktivieren. Diese Ebenen zeigen Umwelt- und Zugangsinfos, die bei der Deutung des Ergebnisses helfen.

Schritt 2: Standardkarte erstellen
Um die Analyse zu starten, legen die Nutzerinnen und Nutzer im Bereich „Komfortbasierte Erreichbarkeit“ die wichtigsten Bewegungseinstellungen fest. Dazu gehören die Auswahl der Gehzeit, die Anpassung der Gehgeschwindigkeit sowie das Festlegen eines Startpunkts, entweder durch das Ziehen eines Markers auf die Karte oder durch die manuelle Eingabe einer Adresse.

3. Zusätzliche Funktionen
Schritt 4: Profile anwenden (optional)
Statt jeden Faktor einzeln zu wählen, können Nutzer auch ein Profil auswählen. Diese Profile nutzen feste Einstellungen für verschiedene Bedürfnisse und bieten einen schnelleren Weg zu einem komfortbasierten Ergebnis.

4. Forschungsgrundlage
Das Comfort-Based Accessibility Tool (CAT) unterstützt die Analyse der fußläufigen Erreichbarkeit unter Berücksichtigung komfortbezogener Barrieren, die Menschen mit unterschiedlichen Mobilitätsfähigkeiten betreffen. Es baut auf etablierten netzwerkbasierten Methoden der Erreichbarkeitsanalyse auf und erweitert diese, um abzubilden, wie Umweltbedingungen reale Entscheidungen beim Zufußgehen beeinflussen.
Woher CAT stammt
CAT basiert auf früheren, distanzorientierten Tools zur Analyse der fußläufigen Erreichbarkeit, insbesondere auf dem SmartHubs Accessibility Tool (weitere Informationen). Diese früheren Tools maßen Erreichbarkeit vor allem anhand von Gehzeit und Gehgeschwindigkeit von einem gewählten Ausgangspunkt aus. Die Erfahrungen mit diesen Ansätzen haben gezeigt, dass die Annahme einer einheitlichen Gehfähigkeit die Interpretation der Ergebnisse für Gruppen wie ältere Menschen, Rollstuhlnutzende oder Menschen mit sensorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen einschränkt. CAT behält das gleiche routenbasierte Konzept bei, ergänzt es jedoch um komfortbezogene Einschränkungen, um die Interpretierbarkeit zu verbessern.
Was CAT unterscheidet
CAT integriert Komfort- und Barriereaspekte in die Analyse der fußläufigen Erreichbarkeit:
- Komfortbezogene Einschränkungen, wie etwa starke Steigungen, Oberflächenqualität, Querungen oder Beleuchtung, können die tatsächlich erreichbare Gehreichweite verringern.
- Barrieren, die als unbegehbar angesehen werden, werden im Netzwerk als unpassierbar behandelt, anstatt einfach nur als langsamere Routen.
- Die Ergebnisse ermöglichen einen Vergleich zwischen einem Basisszenario ohne komfortbezogene Einschränkungen und Szenarien mit Komfortabschlägen. Dadurch werden Annahmen explizit gemacht und die Ergebnisse leichter interpretierbar.
Um unrealistische Ergebnisse zu vermeiden, werden mehrere Komforteffekte auf stabilisierte Weise kombiniert, wodurch sichergestellt wird, dass die Erreichbarkeit nicht allein dadurch zusammenbricht, dass mehrere Einschränkungen gleichzeitig ausgewählt werden.
Evidenzbasierte Entwicklung
CAT wurde auf Grundlage von drei sich ergänzenden Evidenzquellen entwickelt:
- Interviews mit Mobilitätsexpertinnen und -experten sowie mit Menschen in vulnerablen Mobilitätssituationen zeigten, welche Bedingungen als Barrieren erlebt werden, wann Menschen Umwege nehmen oder bestimmte Bereiche umgehen und wie sich Sensitivitäten je nach Mobilitätsfähigkeit unterscheiden.
- Die Ko-Kreation mit Communities of Practice stellte sicher, dass die Indikatoren für die Planung relevant sind und durch stabile, stadtweite räumliche Datensätze abgebildet werden können, die von Kommunen gepflegt werden können.
- Nutzertests mit Planerinnen und Planern, Expertinnen und Experten sowie Bürgerinnen und Bürgern flossen in Verbesserungen der Benutzeroberfläche, der Standardeinstellungen, der Erklärungen und der Arbeitsabläufe ein, damit die Ergebnisse für unterschiedliche Nutzergruppen verständlich und glaubwürdig sind.
Zusammen stellen diese Schritte sicher, dass CAT auf gelebten Erfahrungen basiert, in der kommunalen Praxis umsetzbar ist und in planerischen sowie explorativen Kontexten genutzt werden kann.
Mobilitätsprofile
CAT bietet vordefinierte Mobilitätsprofile, die typische Sensitivitäten und Gehgeschwindigkeiten auf Grundlage empirischer Evidenz widerspiegeln, zum Beispiel für Rollstuhlnutzende, ältere Menschen oder Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Diese Profile unterstützen konsistente Vergleiche zwischen Nutzergruppen und Szenarien, während die zugrunde liegenden Annahmen transparent bleiben.
Die Mobilitätsprofile basieren auf qualitativen Interviewdaten aus Gesprächen mit 79 Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen in Larnaka (Zypern), Hamburg (Deutschland), Genf (Schweiz), Budapest (Ungarn), Madrid (Spanien) und Penteli/Athen (Griechenland). Ein wissenschaftlicher Artikel zur Analyse der Interviews befindet sich derzeit im Begutachtungsverfahren und wird hier verlinkt, sobald dies möglich ist.
Die implementierten Mobilitätsprofile bündeln Komforteinschränkungen, die von Menschen mit spezifischen Mobilitätsbeeinträchtigungen berichtet wurden. Sie stellen keine statistisch abgeleiteten Gruppierungen dar, sondern spiegeln eine konzeptionell und qualitativ fundierte Clusterung auf Basis empirischer Interviewergebnisse wider.
Literaturverzeichnis:
Knapstad, M. K., Naterstad, I., & Bogen, B. (2023). The association between cognitive impairment, gait speed, and Walk ratio. Frontiers in Aging Neuroscience, 15, 1092990. https://doi.org/10.3389/fnagi.2023.1092990
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5. Was wird benötigt, um CAT einzurichten?
CAT basiert sowohl auf Routing-Daten als auch auf stadtspezifischen Umweltinformationen. Um aussagekräftige Erreichbarkeitsergebnisse zu erzeugen, benötigt das Tool ein Wegenetz zur Berechnung erreichbarer Bereiche sowie zusätzliche Datensätze, die lokale Bedingungen in Bezug auf Komfort und Barrierefreiheit beschreiben. Diese Daten werden im Hintergrund vorbereitet und miteinander verknüpft, sodass Nutzerinnen und Nutzer sie über die CAT-Oberfläche erkunden können.
Daten
CAT nutzt verschiedene Arten von Daten. Ein Straßen- und Wegenetz bildet die Grundlage für Routing und Erreichbarkeitsanalyse, während Stadtgrenzen und thematische Kartenebenen zusätzlichen lokalen Kontext liefern. Diese Ebenen können Informationen zu Lärm, Straßenbeleuchtung, Bäumen, taktiler Unterstützung, Hindernissen, Steigungen, Wegebelag oder nahegelegenen Einrichtungen enthalten. Das Routing-Netz basiert auf OpenStreetMap-Daten, während weitere stadtspezifische Geodaten aus offiziellen Quellen stammen können. Für Hamburg können solche Daten beispielsweise über das Geoportal Hamburg bezogen werden. Falls verfügbar, können einige Datensätze auch als WMS-Dienste zur Visualisierung in CAT genutzt werden. Datensätze, die für die eigentliche Erreichbarkeitsberechnung benötigt werden, werden separat im Hintergrund verarbeitet.
Datenmanagement
Bevor diese Datensätze in CAT verwendet werden können, müssen sie verarbeitet und mit dem Straßen- und Wegenetz verknüpft werden. Im Hintergrund werden Umweltinformationen in straßenbezogene Gewichtungen übersetzt, damit unterschiedliche Bedingungen das Erreichbarkeitsergebnis beeinflussen können. Punkt-, Linien- oder Flächendaten werden dazu beispielsweise nahegelegenen Straßenabschnitten zugeordnet, die anschließend danach markiert werden, ob ein bestimmter Faktor vorhanden oder relevant ist. Die verarbeiteten Routing-Daten und die zugehörigen Gewichtungsfelder werden in Supabase verwaltet, das die von CAT genutzte Datenstruktur unterstützt. Weitere technische Details zur Projektstruktur und zum Datenbank-Workflow finden sich im GitHub-Repository des Projekts.

Das Comfort-Based Accessibility Tool (CAT) wurde im Rahmen des InclusiveSpaces Projekts entwickelt.
InclusiveSpaces ist ein Horizon-Europe-Projekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101147881 unterstützt wird. Die britischen Projektpartner werden im Rahmen dieses Projekts zusätzlich vom Vereinigten Königreich kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen stammen jedoch ausschließlich von den Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die Auffassung der Europäischen Union oder der Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für diese Inhalte verantwortlich gemacht werden.
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